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Riesterrentenvergleich

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Warum wurde die Riesterrente eingeführt?

Im Jahr 2001 wurde durch die damalige regierende Rot-Grüne Bundesregierung eine große Rentenreform beschlossen. Damit sollten die sich abzeichnenden Finanzierungsprobleme der Rentenversicherung abgemildert werden. Neben einem späteren Renteneintrittsalter wurde auch die Absenkung des Rentenniveaus beschlossen. Daraus ergibt sich bei Rentnern eine Einkommenslücke, die mit der Riester Rente geschlossen werden sollte. Der Name „Riester Rente“ leitet sich im Übrigen von dem damaligen Arbeitsminister Walter Riester ab, der für die Einführung der Rente verantwortlich war. Die Idee der Riester Rente ist recht einfach. Arbeiternehmer sollen auf privatem Weg die sich abzeichnende Rentenlücke schließen. Dafür gewährt der Staat eine Förderung mithilfe einer jährlichen Zulage und eines möglichen Steuervorteils.

Wofür ist eine Riester Rente?

Die Riester Rente ist primär für die Altersvorsorge gedacht. Im Gegensatz zur umlagefinanzierten Rentenversicherung beruht die Riester Rente auf dem Prinzip der Kapitaldeckung. Damit ist nichts anderes gemeint, als dass jeder Vertrag zunächst eine Ansparphase hat. In dieser Phase wird ein Kapitalstock gebildet. Nach Ablauf der Ansparphase und Eintritt in das Rentenalter erfolgt dann die Auszahlung der Rente. Die Auszahlung erfolgt auf Basis einer Alterstabelle, vergleichbar mit der Auszahlung einer Rente. Mit Einführung der Riester Rente im Jahr 2002 war es nur möglich diese in Rentenform mit Rentenbeginn auszuzahlen. Durch den Wegfall der Eigenheimzulage im Jahr 2006 erkannte der Gesetzgeber Handlungsbedarf. Vor diesem Hintergrund wurde im Jahr 2008 reagiert. Danach konnte das angesparte Kapital auch für den Kauf oder den Bau einer Immobilie genutzt werden und in einer Summe zur Auszahlung kommen. Voraussetzung für die Auszahlung ist allerdings, dass die Immobilie selbstgenutzt wird.
Die Adressaten der Riester Rente sind in erster Linie Angestellte. Durch die besondere Ausgestaltung der Förderung ist die Riester Rente auch für Geringverdiener hochinteressant, da diese bei sehr geringen Eigenleistungen eine prozentual hohe Förderquote erhalten. Aber auch besonders hohe Einkommen können von einer Riester Rente überproportional partizipieren. Die genaue Ausgestaltung der Riester Rente wird im weiter unten genauer beschrieben.

Wie viel Riester Rente bekomme ich ausgezahlt?

Es wurde bereits darauf eingegangen, dass es sich bei der Rente um eine kapitalstockbasierte Rente handelt. Im Gegensatz zur gesetzlichen Rentenversicherung, bei der der Staat für die Rentenzahlung garantiert, beruht die Riester Rente auf einem Vertrag zwischen einem gewinnorientierten Unternehmen und einer Einzelperson. Der Gesetzgeber wollte vor diesem Hintergrund sicherstellen, dass Kunden nicht durch die Versicherungsbranche übervorteilt werden. Dazu mussten Anbieter von Riester Renten eine Zertifizierung nachweisen. Ein wichtiger Bestandteil der Zertifizierung ist, eine Kapitalgarantie. Damit wird verhindert, dass Anbieter mit dem angelegten Kapital spekulieren und Kunden am Ende weniger Rente erhalten, wie ursprünglich eingezahlt. Wird die Riester Rente für die Finanzierung einer Immobilie genutzt – egal ob Erwerb oder Tilgung der Schulden – kann der gesamte Kapitalstock einmalig entnommen werden.
Wer eine Riester Rente erhält, der muss diese im Rentenalter versteuern. Dafür sind die Beiträge während der Ansparphase aber steuerlich abzugsfähig. Was zunächst nach „linke Tasche – rechte Tasche“ klingt, ist aber für viele im Rentenalter ein Geschäft. Denn die Mehrheit wird ein höheres zu versteuerndes Einkommen in der Erwerbstätigkeit haben. Im Rentenalter sind die Einkünfte dann tendenziell geringer. Damit sinkt auch der Steuertarif. Der Rentner zahlt in der Rentenphase somit weniger Steuern auf die Riester Rente, als er während seiner Erwerbsphase Steuern gespart hat.

Wie funktioniert die Riester Rente und was kostet diese monatlich?

Seit Einführung der Riester Rente vor fast 20 Jahren wurden die Bedingungen immer wieder angepasst. Während zu Beginn die Beträge ausschließlich in sichere Anlagen, wie Rentenpapiere investiert werden durften, ist mittlerweile auch ein signifikanter Aktienanteil möglich. Damit trägt der Gesetzgeber dem Umstand Rechnung, dass zwischenzeitlich Rentenpapiere so gut wie keine Renditen mehr abwerfen, parallel aber Investments in Aktien langfristig eine deutlich bessere Rendite versprechen. Allerdings dürfen die Versicherer nicht zu 100 Prozent in Aktien investieren. Damit wird der Versicherungsnehmer vor zu hohen Vermögensschwankungen geschützt.

Die Riester Rente besteht aus zwei Komponenten – einer Zahlung durch den Arbeitnehmer und eine damit verbundene Förderung. Zunächst muss der Arbeitnehmer mindestens 4 Prozent von seinem rentenversicherungspflichtigen Vorjahreseinkommen einzahlen. Der maximal einzahlungsfähige Betrag liegt seit 2008 bei 2.100 Euro. Wird diese Bedingung erfüllt, dann erhält der Versicherungsnehmer eine staatliche Förderung von 175 Euro. Für jedes Kind wird darüber hinaus ein Kinderbonus von 185 Euro gezahlt, wenn es bis zum 31. Dezember 2007 geboren wurde. Für später geborene Kinder wird eine Förderung von 300 Euro gewährt. Wer bei Abschluss des Vertrags noch nicht sein 25. Lebensjahr vollendet hat und unmittelbar zulagenberechtigt ist, der erhält einen einmaligen Berufseinsteigerbonus von zusätzlich 200 Euro.
Der Clou ist, dass zur Erlangung der maximalen Förderung nicht die vollen 4 % oder maximal 2.100 Euro eingezahlt werden müssen. Vielmehr wird hierzu auch die Förderung mit eingerechnet. Dazu ein kleines Beispiel: Ein Familienvater mit einem nach 2007 geborenen Kind und einem Einkommen von 40.000 Euro p.a. möchte den Maximalbetrag einzahlen. In diesem Beispiel wären das 1.600 Euro. Tatsächlich werden aber die Zuschüsse (185 Euro staatlicher Vertragszuschuss plus 300 Euro Kinderbonus) mit in die Berechnung kalkuliert, sodass eine jährliche Zahlung 1.115 Euro ausreicht, um die volle Förderung zu erhalten.

Aber auch nicht berufstätige Ehe- oder Lebenspartner können von der Riester Rente profitieren. Dazu müssen mindestens 60 Euro jährlich in einen Riester Vertrag angespart werden, um die volle Förderung von weiteren 185 Euro zu erlangen. Wer es sich leisten kann, der kann für einen nicht berufstätigen Ehe- oder Lebenspartner den vollen Förderbetrag von 2.100 Euro einzahlen. Welche Effekte das haben kann, wird im nachfolgenden Kapitel erläutert.

Welche steuerlichen Effekte gibt es im Zusammenhang mit der Riester Rente?

Neben den Zulagen können bei der Riester Rente auch steuerliche Vorteile genutzt werden. Die Zahlungen in die Riester Rente werden durch das Finanzamt im Rahmen einer sogenannten Günstigerprüfung mit den geleisteten Zulagen verglichen. Die Zahlungen werden als Sonderabzugskosten angesetzt. Ergibt sich bei diesem Sonderabzug eine Steuerersparnis, die über den gewährten Zulagen liegt, dann wird die Differenz zwischen den gezahlten Zulagen und der ermittelten Steuerersparnis im Rahmen der Einkommensteuererklärung ausgezahlt. Dieser Effekt ist besonders für Bezieher höherer Einkommen von Interesse, weil diese einer höheren Progression unterliegen. Mit Auszahlungsbeginn der Riester Rente ist diese dann voll zu versteuern. Allerdings wird die große Mehrheit der Rentner im Alter einen geringen Steuertarif haben und somit weniger Steuern zahlen, als es während der Ansparphase an Steuereinsparungen gegeben hat.

Sicherheit durch Kapitalschutz!

Die Riester Rente unterliegt dem Kapitalschutz. Damit ist sichergestellt, dass das gesamte eingezahlte Kapital inklusive der Zulagen mit Rentenbeginn zur Verfügung steckt. Darüber hinaus gewähren die Versicherer noch einen Garantiezins. Dieser ist ein Versprechen der Versicherung. Auch dieser Zins unterliegt dem Kapitalschutz. Aktuell bewegt sich der Garantiezins bei maximal 0,9 Prozent, es kann aber auch Versicherer geben, die einen niedrigeren Zins versprechen.

Viele Versicherer werben mit alternativen Anlagen in Aktien. Dabei wird allerdings nur ein Teil des eingezahlten Kapitals in diese Anlagenform angelegt. Die Idee ist, dass Aktien über einen längeren Zeitraum in Bezug auf die Wertentwicklung viele andere Anlagenformen schlagen. Auf der anderen Seite unterliegen Aktien größeren Wertschwankungen. Einige Anbieter bieten in diesem Zusammenhang auch Kapitalschutz auf Gewinne aus Aktien an. Dieser wird in der Regel einige Jahre vor Rentenbeginn aktiv und sichert die aus Aktiengeschäften Gewinne.

Wann muss Riesterrente ausgezahlt werden?

Mit Rentenbeginn erfolgt auch die Auszahlungsphase der Riester Rente. Ein früherer Beginn ist leider nicht möglich. Eine Ausnahme hat der Gesetzgeber aber seit einigen Jahren vorgesehen. Wer bspw. eine Immobilie erwerben, diese umbauen oder sanieren möchte, der kann sich seit einigen Jahren das bereits angesparte Kapital auf einen Schlag auszahlen lassen. In diesem Fall ist es unerheblich, ob der Vertragsinhaber Rentner ist oder nicht. Eine vorzeitige Auflösung und Auszahlung des Vertrags ist grundsätzlich keine gute Idee. In diesem Fall sind die gesamten staatlichen Förderungen sowie eventuelle Steuervorteile zurückzuzahlen.

Empfehlen der Nutzung eines automatischen Riester-Rechners

Der Markt für Riester Renten ist groß und es gibt die unterschiedlichsten Angebote. Neben klassischen Angeboten mit einem reinen Garantiezins und Anlagen in Rentenpapieren gibt es aber auch Verträge mit Aktienquoten, Verträge in Kombination mit einem Wohn-Riester oder mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung. Daneben spielen auch die Kosten, die die Versicherung für die Verwaltung der Verträge kalkuliert eine wichtige Roll. Die Kosten wirken sich erheblich auf die Rendite des Vertrags aus. Ein Riester Rechner gibt an dieser Stelle wertvolle Informationen über die unterschiedlichen Verträge und den zu erwartenden Rentenauszahlungen.

Für wen lohnt sich ein Riester Vertrag?

Grundsätzlich ist ein Vertrag für jeden Arbeitnehmer empfehlenswert. Wer ein geringeres Einkommen hat, erhält prozentual gesehen eine hohe Förderquote und damit eine ausgesprochen interessante Rendite. Aber auch höhere Einkommen profitieren über die Günstigerprüfung.

Wann sollte ich einen Riester Vertrag abschließen?

Der Abschluss eines Vertrags sollte so früh wie möglich ins Auge gefasst werden. Über die lange Laufzeit können zum einen hohe Zuschüsse erlangt werden, zum zweiten kann durch den Zinseszins-Effekt die spätere Rente überproportional steigen.

Ist ein Riester Vertrag vererbbar?

Grundsätzlich ist das möglich. Allerdings ist dabei zwischen der Anspar- und Auszahlungsphase zu unterscheiden. Wer sich den Vertrag in der Ansparphase auszahlen lässt, der muss allerdings die erhaltenen Förderungen zurückzahlen. Besitzt der Erbe allerdings selber einen Riester Vertrag kann das Guthaben in seinen Vertrag übertragen werden. Auf diese Weise bleiben die Förderungen erhalten. Erfolgt der Erbfall in der Auszahlungsphase ist zu prüfen, welche Rentengarantiezeit vereinbart wurde. Von dieser Rentengarantiezeit ist die Zeit des Rentenbezugs durch den Verstorbenen abzuziehen. Dieser errechnete wird ist dann der Zeitraum, für den die Rente an den Erben maximal gezahlt wird.